Über uns

Dr. Felicitas Bergmann

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Dr. Felicitas Bergmann

Wie ich zu Kassenwatch kam

Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin habe ich mich nach mehreren Jahren der Anstellung in der Kostenerstattung selbstständig gemacht. Schnell wurde ich mit den Widrigkeiten konfrontiert, die das Arbeiten ohne Kassensitz mit sich bringt. Hilfesuchende nicht behandeln zu können, weil die Krankenkasse eine notwendige Behandlung nicht übernehmen will, hat mich sehr frustriert. Der Austausch mit Kolleg*innen zeigte mir, dass es sich keineswegs um Ausnahmen handelte, wie so oft von den Kassen dargestellt. Daraus entstand die Überlegung, die scheinbaren Einzelfälle möglichst vieler Kolleg*innen so zu dokumentieren, dass ein systematisches Vorgehen erkennbar wird. Das war die Geburtsstunde von Kassenwatch. Mit einem Konzept für die Internetplattform wandte ich mich an meinen Berufsverband (DGVT-BV), der sich bereiterklärte, die Idee umzusetzen.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass unser Projekt dazu beitragen kann, Missstände in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen aufzudecken. Ich möchte, dass die gesetzlichen Krankenkassen unsere Aktivitäten als Aufruf verstehen, ihre Versicherten nach den gesetzlichen Vorgaben zu versorgen. Dazu gehört für mich auch das aktive Mitwirken an einer bedarfsgerechten Planung und Verteilung von Kassenzulassungen, an denen es bis heute in vielen Regionen Deutschlands massiv mangelt. Ich sehe Kassenwatch in Bezug auf die Kostenerstattung (ganz therapeutisch) als ein Projekt auf Zeit, dessen oberster Zweck es ist, sich selbst überflüssig zu machen. Meine Hoffnung: Dass die Krankenkassen mit uns gemeinsam auf die Verbesserung der Versorgungsqualität hinwirken und es zukünftig keine Missstände mehr gibt, die wir dokumentieren müssen.

Kerstin Burgdorf

Projektleitung von Kassenwatch in der Bundesgeschäftsstelle des DGVT-Berufsverbands
Juristische Betreuung des Projekts

Kerstin Burgdorf

Wie ich zu Kassenwatch kam

Als Mitarbeiterin der Bundesgeschäftsstelle des DGVT-Berufsverbands berate ich seit dem Jahr 2002 Mitglieder, die ohne eine Kassenzulassung Psychotherapie für GKV-Versicherte anbieten und mit den Gesetzlichen Kassen abrechnen. Die Schwankungen bei der Antragsbewilligung durch die Kassen waren in den letzten vier Jahren deutlich zu beobachten. Der DGVT-Berufsverband hat es sich zum Ziel gemacht, Mitglieder bei dem teils schwierigen Antragsprozedere zu unterstützen – als Teil einer Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung angesichts langer Wartezeiten in vielen Regionen Deutschlands. Denn: „Dort, wo es mehr Psychotherapeuten gibt, sind die Wartezeiten auch kürzer“ (vgl. BPtK, https://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/spahnscher-i-1.html).

Als Felicitas Bergmann 2017 auf unseren Verband zukam mit ihrer Idee eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS) für den Bereich der Kostenerstattung, wurde bald klar, dass wir diese Plattform umsetzen wollen, um uns für eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung einzusetzen und um PatientInnen vor den zunehmenden Auseinandersetzungen mit den gesetzlichen Krankenkassen zu bewahren.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass unser Projekt von einer großen Zahl Kolleg*innen genutzt wird, um problematische Vorgehensweisen von Kassen mit Anträgen auf Psychotherapie in der Kostenerstattung sichtbar zu machen. Seit In-Kraft-Treten der neuen Psychotherapie-Richtlinie zum 1.4.2017 entstand in unseren Gesprächen mit Mitgliedern der Eindruck, dass die Kassen ihre „Politik“ drastisch verändert haben. Die Kostenerstattung wurde in der Wahrnehmung vieler Behandler*innen und Patient*innen eingeschränkt.

Mit „Kassenwatch“ verbinde ich das Ziel, dass die Spielräume der Kassen, die zum Nachteil der PatientInnen geworden sind, wieder beschränkt werden und dass es mehr Transparenz für Patient*innen in Bezug auf die Voraussetzungen zur Bewilligung der Anträge auf Kostenerstattung gibt.

Berit Rother

Projekt-Koordinatorin

Berit Rother

Wie ich zu Kassenwatch kam

Im Herbst 2018 berichtete mir Felicitas Bergmann von ihrer Idee eines Reporting-Systems für den Bereich der Kostenerstattung und der konkreten Umsetzung in eine entsprechende Plattform durch den DGVT-Berufsverband. Mir war das Thema Kostenerstattung bis dahin kein Begriff, je mehr ich mich jedoch damit befasste, desto deutlicher wurde mir die Wichtigkeit dieses Projekts. Als Patient*in um die notwendige psychotherapeutische Versorgung mit seiner Krankenkasse kämpfen zu müssen, erschien mir eine große zusätzliche Belastung zu sein, die letztlich weder im Sinne der Patient*innen noch im Sinne der Krankenkassen sein kann. Da ich, schon vor Beginn meines Data Science-Studiums, sowohl Systemanalysen als auch Informations- und Qualitätsmanagement schätzen gelernt habe, unterstütze ich gerne seit Sommer 2019 das Kassenwatch-Team in der Organisation und im Support, um mich so für die Patient*innen einzusetzen.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass wir das Projekt Kassenwatch und unsere Plattform sowohl bei Psychotherapeut*innen als auch bei Patient*innen bekannt machen und hier eine große Zahl an Nutzern aktiv wird. Auf diesem Wege werden wir die Systematik in der Vorgehensweise von Krankenkassen in Bezug auf die Kostenerstattung erkennen können und durch eine Änderung dieser letztlich die Versorgung der Patient*innen sicherstellen.

Durch Kassenwatch wird es möglich, dass auch Patient*innen mit der Thematik der Kostenerstattung und den hiermit verbundenen Nachteilen vertraut werden. Ich wünsche mir eine Plattform, auf der sich Psychotherapeut*innen und Patient*innen austauschen, ihre Erfahrungen miteinander teilen und einander unterstützen können.

Delphine Bergmann

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Delphine Bergmann

Wie ich zu Kassenwatch kam

Für mich war immer klar: Nach der Approbation mache ich meine eigene Praxis auf. Zu Beginn meiner Ausbildung hieß es noch, dies sei, trotz stark begrenzter Kassenzulassungen, dank der Kostenerstattung möglich. Als ich dann endlich die langwierige Ausbildung beendet hatte, stellte ich fest, dass sich die Situation grundlegend geändert hatte und alle meine Kolleg*innen mir davon abrieten, mich ohne Kassenzulassung selbstständig zu machen. Einerseits berichteten alle Kolleg*innen mit Kassenzulassung von monatelangen Wartelisten und schlechtem Gewissen gegenüber ihren Patient*innen, andererseits waren den Kolleg*innen, die im Kostenerstattungsverfahren ihre Unterstützung anboten, die Hände gebunden, da die Therapien von vielen Krankenkassen systematisch abgelehnt wurden. Ich war schockiert, da unter den Therapeut*innen ausreichend bekannt war, dass die Patient*innen ohnehin schon viel zu lange Wartezeiten auf sich nehmen mussten. Statt mich in eigener Praxis niederzulassen entschied ich mich also dafür, mich für eine bessere psychotherapeutische Versorgung einzusetzen und fand in Kassenwatch ein Projekt, das genau hierfür steht.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, mit Kassenwatch dazu beitragen zu können, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen keine weiteren Steine in den Weg gelegt werden, auf der Suche nach psychotherapeutischer Unterstützung. Oft ist es für Patient*innen ohnehin schon ein schwerer Weg, in die Therapie – Verzögerungen durch Kassen, Abweisungen und sich daran anschließende eventuelle Rechtsstreitigkeiten können die Situation nochmals empfindlich verschlechtern.

Zudem möchte ich dabei helfen, Therapeut*innen, die in der Kostenerstattung tätig sind, bei den täglichen Unwägbarkeiten zu unterstützen. Ich wünsche mir eine bessere psychotherapeutische Versorgung und eine gute Versorgungsqualität und dazu brauchen wir die Unterstützung der Psychotherapeut*innen.