Über uns

Dr. Felicitas Bergmann

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Dr. Felicitas Bergmann

Wie ich zu Kassenwatch kam

Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin habe ich mich nach mehreren Jahren der Anstellung in der Kostenerstattung selbstständig gemacht. Schnell wurde ich mit den Widrigkeiten konfrontiert, die das Arbeiten ohne Kassensitz mit sich bringt. Hilfesuchende nicht behandeln zu können, weil die Krankenkasse eine notwendige Behandlung nicht übernehmen will, hat mich sehr frustriert. Der Austausch mit Kolleg*innen zeigte mir, dass es sich keineswegs um Ausnahmen handelte, wie so oft von den Kassen dargestellt. Daraus entstand die Überlegung, die scheinbaren Einzelfälle möglichst vieler Kolleg*innen so zu dokumentieren, dass ein systematisches Vorgehen erkennbar wird. Das war die Geburtsstunde von Kassenwatch. Mit einem Konzept für die Internetplattform wandte ich mich an meinen Berufsverband (DGVT-BV), der sich bereiterklärte, die Idee umzusetzen.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass unser Projekt dazu beitragen kann, Missstände in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen aufzudecken. Ich möchte, dass die gesetzlichen Krankenkassen unsere Aktivitäten als Aufruf verstehen, ihre Versicherten nach den gesetzlichen Vorgaben zu versorgen. Dazu gehört für mich auch das aktive Mitwirken an einer bedarfsgerechten Planung und Verteilung von Kassenzulassungen, an denen es bis heute in vielen Regionen Deutschlands massiv mangelt. Ich sehe Kassenwatch in Bezug auf die Kostenerstattung (ganz therapeutisch) als ein Projekt auf Zeit, dessen oberster Zweck es ist, sich selbst überflüssig zu machen. Meine Hoffnung: Dass die Krankenkassen mit uns gemeinsam auf die Verbesserung der Versorgungsqualität hinwirken und es zukünftig keine Missstände mehr gibt, die wir dokumentieren müssen.

Yvonne Schulte

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Yvonne Schulte

Wie ich zu Kassenwatch kam

Nach meiner Approbation zur Verhaltenstherapeutin für Kinder und Jugendliche habe ich, wie so viele meiner Kolleg*innen, in der Kostenerstattung eigene Patient*innen behandelt. Nach den sehr zermürbenden Strukturen in der Weiterbildung hatte ich mir erhofft, dass eine berufliche Erleichterung folgen würde. Doch die Krankenkassen haben meinen Patient*innen und mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aus der Perspektive einer jungen Psychotherapeutin war ich erneut in finanziellen Schwierigkeiten und wieder war meine Freizeit mit Papierkrieg ausgelastet, obwohl die gesetzliche Lage für die Kostenerstattung in meiner sehr ländlichen und kaum versorgten Region spricht. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sind die Konsequenzen aus jedem nicht geleistetem Gesundheitsauftrag in der Entwicklung eines jeden Kindes verheerend. Es werden Weichen gestellt für das ganze Leben, in Bezug auf die sozio-emotionale Entwicklung sowie besonders auf die schulisch-berufliche Laufbahn. Es kann nicht sein, dass Kinder mehrere Jahre auf eine Psychotherapie warten müssen. Das ist ein Armutszeugnis für das sog. beste Gesundheitssystem der Welt. Durch Zufall lernte ich Felicitas und Daniel kennen und war sofort von der Idee überzeugt, dass wir alle Kostenerstatter*innen bundesweit vernetzen müssen, um die von den Kassen bezeichneten Einzelfälle als Regelfälle zu entlarven und fachlich und juristisch Paroli bieten zu können.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass Krankenkassen ihre Versicherten wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sowie entsprechend ihrer Ethikrichtlinien unterstützen. Das Gesetz regelt den Zugang zu Gesundheitsleistungen und daran darf kein Weg vorbeiführen. Im Rahmen der begrenzten Vergabe von Kassenzulassungen verstehe ich die Kostenerstattung als unterstützende und zugleich entlastende Leistung in Zeiten des Systemversagens. Die Krankenkassen haben aus meiner Sicht noch nicht verstanden, dass zusätzliche Leistungserbringer über die meist unzureichende vertragsärztliche Versorgung hinaus notwendig sind, um Bedarfsspitzen aufzufangen. Diese flexible Anpassung ist meines Erachtens nicht nur vorteilhaft für die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch für das Image der gesetzlichen Krankenversicherung. Ich wünsche mir, dass die Kassen die Psychotherapie auch als langfristige präventive Arbeit verstehen, die einer Chronifizierung von psychischen Erkrankungen und damit verbundenen Folgeschäden und -kosten entgegenwirkt.

Kerstin Burgdorf

Koordinatorin des Projekts Kassenwatch in der Bundesgeschäftsstelle des DGVT-Berufsverbands
Juristische Betreuung des Projekts

Kerstin Burgdorf

Wie ich zu Kassenwatch kam

Als Mitarbeiterin der Bundesgeschäftsstelle des DGVT-Berufsverbands berate ich seit dem Jahr 2002 Mitglieder, die ohne eine Kassenzulassung Psychotherapie für GKV-Versicherte anbieten und mit den Gesetzlichen Kassen abrechnen. Die Schwankungen bei der Antragsbewilligung durch die Kassen waren in den letzten vier Jahren deutlich zu beobachten. Der DGVT-Berufsverband hat es sich zum Ziel gemacht, Mitglieder bei dem teils schwierigen Antragsprozedere zu unterstützen – als Teil einer Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung angesichts langer Wartezeiten in vielen Regionen Deutschlands. Denn: „Dort, wo es mehr Psychotherapeuten gibt, sind die Wartezeiten auch kürzer“ (vgl. BPtK, https://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/spahnscher-i-1.html).

Als Felicitas Bergmann 2017 auf unseren Verband zukam mit ihrer Idee eines Critical Incident Reporting Systems (CIRS) für den Bereich der Kostenerstattung, wurde bald klar, dass wir diese Plattform umsetzen wollen, um uns für eine Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung einzusetzen und um PatientInnen vor den zunehmenden Auseinandersetzungen mit den gesetzlichen Krankenkassen zu bewahren.

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir, dass unser Projekt von einer großen Zahl Kolleg*innen genutzt wird, um problematische Vorgehensweisen von Kassen mit Anträgen auf Psychotherapie in der Kostenerstattung sichtbar zu machen. Seit In-Kraft-Treten der neuen Psychotherapie-Richtlinie zum 1.4.2017 entstand in unseren Gesprächen mit Mitgliedern der Eindruck, dass die Kassen ihre „Politik“ drastisch verändert haben. Die Kostenerstattung wurde in der Wahrnehmung vieler Behandler*innen und Patient*innen eingeschränkt.

Mit „Kassenwatch“ verbinde ich das Ziel, dass die Spielräume der Kassen, die zum Nachteil der PatientInnen geworden sind, wieder beschränkt werden und dass es mehr Transparenz für Patient*innen in Bezug auf die Voraussetzungen zur Bewilligung der Anträge auf Kostenerstattung gibt.